Prof. für Baustofflehre
Persönliches Statement
Die Architektur steht vor einem Paradigmenwechsel. Nach konstruktiven, technischen und formalen Experimenten steht der Energieverbrauch von unserer gebauten Umwelt im Fokus. In Deutschland werden alleine 40% des Primärenergiebedarfes und ein wesentlicher Anteil unseres Trinkwassers für die Gebäude verwendet. Die Architektur, die verwendeten Baustoffe und die notwendige Technik beeinflussen wesentlich den CO2 Ausstoß und sind damit für den Klimawandel mitverantwortlich. Eine Klimakatastrophe kann nur abgewendet werden, wenn Gebäude weltweit in der Lage sind, signifikant weniger Energie zu verbrauchen, erneuerbare Energien zu nutzen und in naher Zukunft über ihren eigenen Bedarf hinaus Energie zu produzieren. Dieser Paradigmenwechsel trifft keinesfalls nur die Planung neuer Projekte, sondern vielmehr die Bewertung und Transformation des weltweiten Gebäudebestandes. Dafür benötigen wir innovative Lösungsansätze um die kulturelle Qualität unserer gebauten Umwelt zu sichern und eine energiebewusste Ästhetik und Lebensstil zu etablieren.
Vita
Prof. Andreas Fuchs, Dipl.-Ing. Architekt, ist seit 2009 Professor für Baustofflehre, Baukonstruktion und Entwerfen an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Seine Forschungen konzentrieren sich auf integrierte Hochleistungsfassaden, Glasleichtbauelemente, konstruktiven Glasbau und transparente Klebetechnologie.
Vor seiner Hochschultätigkeit arbeitete er als Architekt z. B. bei Knoche Architekten in Stuttgart und Schneider + Schumacher in Frankfurt am Main. Er ist Mitgründer des IBK Forschung+Entwicklung, einer freien Forschungsplattform, die 2004 in Zusammenarbeit mit Prof. Stefan Behling ins Leben gerufen wurde. 2009 gründete Fuchs die unabhängige Forschungsplattform FAT an der Universität Stuttgart. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen, z.B. „Innovativ Konstruieren, Detail development“. Er ist mehrfacher Preisträger des Innovationspreises „Glas und Architektur”.