Wir wagen den dritten Ring

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Schüco Green Building Award

Über das Team

Rückgrat des Projektes ist der ehrenamtlich tätige Bauhüttenkreis der Jugendburg Ludwigstein. Er besteht aus Architekten, Ingenieuren, Meistern und Gesellen des Bauhandwerks, die auch ihre Arbeit als Jugendgruppenleiter in der Pfadfinder- oder Wandervogelbewegung verbindet. Der architektonische Entwurf stammt vom Architekturbüro LOMA aus Kassel (www.loma-online.com). Die Werkplanung liegt in den Händen von Meike Pilsl aus dem Bauhüttenkreis. „Bauarbeiter“ sind alle die, die freiwillig anpacken: Hier bekommt der zwölfjährige Pfadfinder gezeigt, wie man Bewehrungseisen rödelt, hier versetzen Studenten, Förster und Krankenschwestern tonnenschwere Betonfertigteile im Keller oder Strohballen im Dach, hier bauen Menschen mit Behinderung genauso wie kleine Wandervogel-Mädchen und Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Wir übernehmen Verantwortung und schaffen neue (Frei-)Räume: Wir bauen selber, bauen umweltbewußt und nachhaltig, bauen für die Zukunft!

Die Idee

Unser Auftrag umfasst die Errichtung eines Gebäudes, von dem aus das in Nordhessen gelegene, im 15. Jh. erbaute Kulturdenkmal Burg Ludwigstein (www.burgludwigstein.de) saniert und als Mittelpunkt von Jugendlichen aus ganz Europa gestärkt werden soll. Der bis Ende 2011 fertig zu stellende Neubau, der im Kern über Werk- und Begegnungsräume verfügt, soll ökologisch, kulturell, sozial und ökonomisch nachhaltig sein. Das Ergebnis ist das größte Strohballenhaus Deutschlands. Der dreigeschossige Neubau stellt den ersten Schritt in den dritten Gebäudering um die Kernburg dar. Er fasst das nördliche Burgareal halbkreisförmig ein und greift über einen umlaufenden „Wehrgang“ mittelalterliche Gestaltungselemente auf, ohne dem Denkmal zu nah zu treten. Der Dämmstoff Stroh ermöglicht in Verbindung mit der Öffnung nach Süden und unter Nutzung von Solarthermie nahezu Passivhausstandard. Die Betriebskosten sind gering. Zudem versorgt eine Holzheizanlage im UG bereits jetzt die gesamte Burg mit Wärme. Wichtig für die Einbindung des Gebäudes in regionale Kreisläufe wie für die Vermeidung langer Transportwege ist die Verfügbarkeit der Baustoffe – von der Verwendung heimischer Hölzer über das regionale Stroh bis hin zum lokalen Sandstein. Stroh wächst rasch nach und ist biologisch abbaubar. Im Verbund mit Holz und Lehm steht es für ein gesundes Raumklima. Nicht zuletzt lässt sich Stroh aber auch von Laien leicht verarbeiten. Denn die meisten Arbeiten werden von den Jugendlichen selbst ausgeführt. Für die Planung aller Bauabläufe war das auch unter Sicherheitsaspekten entscheidend. Dass das Konzept aufgeht, belegt die Liste der beteiligten Gruppen: 45 Jugendbünde, Schulklassen aus dem In- und Ausland sowie Integrationsgruppen haben in 13.000 freiwilligen Arbeitsstunden sogar den Betonbau im UG selbst bewerkstelligt und das Gebäude erfolgreich bis zum Richtfest gebracht. Ein besonderer Ansporn ist für uns auch die Auszeichnung durch die UNESCO als Modellprojekt einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. www.der-dritte-ring.de – wir bauen gemeinsam an einer nachhaltigen Zukunft.

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